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Trends, Neuheiten und praktische Lösungen
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Tipps und Trends -
LEBEN IN EXTREMEN
ZEITEN |
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Wir leben in extremen Zeiten, stellt
Oliver Schmid, Geschäftsführer der Trendagentur
politur,
fest und erklärt in seinem Trendreport 2010, wie dies auf die Trends der
Konsumgüterbranche Einfluss nimmt. Die wichtigsten vier Themen fasst er
für Sie zusammen.
Angst vor Arbeitsverlust und Armut stehen Abfindungen in Millionenhöhe
gegenüber. Wir gehen zu Qi Gong und Yogakursen, lassen uns coachen und
gleichzeitig boomt der Entertaining- und Computerspielemarkt. Diese
starken Gegensätze spiegeln sich in den Trendthemen wider: Schwarz und
Weiß, Bunt und Unbunt. Natürliche Materialien stehen synthetischen
Materialien und Neonfarben gegenüber, ikonische Formen und Bilder
begegnen flüchtigem, unfertigem Design.
Alle vier Trendthemen vereint, dass es nicht um Gestaltung und Design
geht, auch wenn sich eine bestimmte Ästhetik ablesen lässt, sondern
vielmehr um das finden neuer Inhalte und innovativer Ideen.
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SPOT ON BLACK –
Der Wunsch nach Durchblick in undurchsichtigen Zeiten.
„Kriege, politische Unsicherheiten und Wirtschaftskrise beherrschen
weltweit die Schlagzeilen. Bilder von Düsternis und Verfall haben
Hochkonjunktur, wirken auf eigentümliche Weise faszinierend.“ So
beschreibt Tim Blanks in der GQ-Style die Hinwendung der Mode zum
Thema Schwarz. Die Zeitschrift FHM collection widmete der
„Nicht-Farbe“ sogar eine ganze Ausgabe.
Welches Bedürfnis steckt wirklich hinter diesem Trend? Es ist nicht
die Sehnsucht nach Düsternis, sondern der Wunsch nach Durchblick in
undurchsichtigen Zeiten. Wir wollen uns nicht auf das Chaos um uns
herum, sondern auf das Chaos in unserem Inneren konzentrieren.
Unsere festen Überzeugungen und Vorstellungen vom Leben sind
durcheinander gekommen, diese wollen wir jetzt ordnen und neu
definieren.
Eine Hilfe zur Ordnung kann sein erst einmal alle Farben, alles
Bunte, jede Ablenkung herauszunehmen. Darum tauchen Designer jetzt
alles in ihre persönliche Lieblingsfarbe Schwarz und begehen eine
elegante Feier der Oberflächen. Dieser Trend lebt von der Vielfalt
der Materialien. Mit nur einer Farbe, aber unterschiedlichsten
Materialien und Oberflächenbeschaffenheiten steht den Designern eine
ganze Palette von Tönen und Schattierungen zur Verfügung, von
hellstem Grau bis dunkelstem Anthrazit. Wie Phönix aus der Asche
entsteht dadurch eine unglaubliche Anzahl neuer, sehr
facettenreicher Entwürfe, die durch ihre Oberflächenkontraste
spannend und dabei immer elegant sind. |

Schwarz ist nicht gleich Schwarz: Das Design Kollektiv
ECLECTCOLLECT spielt in Ihrer
Kollektion "Dark Nights" mit glänzenden und matten Oberflächen in
Schwarz. |

Formen die natürlich und archaisch
wirken:
Schmuckschatulle "Ö" von Mark Braun. |
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ECOFICIAL
– Der Wandel im ökologisch verantwortlichen
Denken.
Nachhaltigkeit und Umweltschutz ist nach wie vor eines der
Kernthemen unserer Gesellschaft. Doch das Thema Ökologie wird immer
komplexer für uns. Durch Informationsplattformen im Internet
besitzen wir mehr Wissen. Das führt aber auch dazu, dass
Umweltschutz nicht mehr so ‚einfach gestrickt’ ist wie noch in den
80igern.
Nicht alles was sich nach Öko anhört oder auch nach Öko aussieht
muss also auch ökologisch verantwortlich sein. Nicht in allen
Bereichen eignen sich natürliche Materialien für eine nachhaltige
Verwendung. Die Frage ist welches Material, welche Funktion am
besten erfüllt und langfristig einen Nutzen bringt. Ein weiterer
Aspekt ist, aus der ökologischen Verantwortung die Ernsthaftigkeit
heraus zunehmen. Es ist wichtiger den Spieltrieb, den Optimismus und
die Lust auf Veränderung zu wecken.
Im Design, wenn auch vorerst nur stilistisch, zeichnet sich dieser
Wandel im Denken bereits ab. So werden natürliche und synthetische
Materialien spannungsreich gemixt. Hochglanz-Lackoberflächen in
schrillen Farben treffen auf helles Holz, handwerkliche
Verarbeitungstechniken werden durch künstliche Materialien wie Nylon
und Kunststoff neu belebt. Wir fragen uns jetzt, was ist gut für
unsere Welt? |
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Eco Pop:
Designerin Nicole Mueller kombiniert in ihrem
Service "A-Z Tabletop" natürliche Farben mit
Oberflächen in Neon-Farben. |

Handwerk Reloaded:
Atelier BL119 frischt traditionelle Verarbeitungstechniken durch
den Einsatz künstlicher Materialien auf. |
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ICONIC IRONIC
– Der sorglose und humorvolle Umgang mit der
Krise.
Auf die Krise wird nicht nur bewusst reagiert – mit dem Anspruch
alles zu hinterfragen und sich neu aufzustellen – sondern es gibt
immer auch Menschen, die Problemen lieber ausweichen und Ablenkung
und Zerstreuung suchen. Sie suchen das Vergnügen und nicht die
Ernsthaftigkeit im Leben. Sie planen nicht bedächtig den Tag,
sondern genießen jeden Augenblick. Das ist der sorglose und
humorvolle Umgang mit der Krise.
In schwierigen Situationen, in denen uns gute Lösungen fehlen,
neigen wir dazu diese zu verdrängen und einfach nicht hinzusehen.
Doch dazu müssen wir uns ablenken. Wir brauchen andere Reize – auch
visuelle – die uns vom Elend, von der Angst und von anderen
negativen Reizen ablenken. Je extremer die Not, je größer die Angst,
umso stärker muss auch der Ersatz-Reiz sein. Hier wirken kein
oberflächliches Dekor, sondern nur stark symbolhaft belegte Ikonen,
wie das Herz für Liebe oder der Totenkopf für Tod. Es verwundert
also nicht, wenn Totenköpfe T-Shirts zieren und als Schmuckstücke
dienen. Aber auch grelle Farben, ironische Muster, comicartige
Formen und symbolgeladene Produkte liegen jetzt im Trend. Die bunte
Einrichtung dient als Antidepressiva. Humorvolle Objekte anstatt
Prozac! |

Don‘t worry, be happy: Die
humoristische Tasse "Moustache" von Peter Ibruegger lässt uns
schmunzeln |

Cartoon
World: Die Lampe "Buggs Light" von Sebastian Wrong
für Established and Sons erinnert an einen bekannten
Comic-Helden.
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PROJECT PAPER
– Der Mut zur Ungewissheit und Improvisation.
Das Wort Krise bezeichnet nicht nur eine ‚schwierige Situation’,
sondern steht auch für die ‚entscheidende Wendung’. Wir befinden uns
jetzt an diesem Wendepunkt. Doch uns ist noch unklar, ob sich das
Blatt zum Besseren wendet oder das alte Spiel nur neu beginnt.
Viele Menschen glauben, dass es nicht so weiter gehen kann wie vor
der Krise. Sie wollen den Neuanfang, wünschen sich wirkliche
Veränderungen. Doch sie wissen auch, dass es keine Patentrezepte
gibt. Kein ausgefeilter Plan mit festen Zielen wird einen wirklichen
Paradigmenwechsel vollziehen. Es sind die offenen Lösungen mit Mut
zur Ungewissheit, die eine wirkliche Neuerung ermöglichen.
Ein leeres Blatt Papier symbolisiert den Neuanfang. Ein
unbeschriebenes Blatt den Unschuldigen. Papier ist jetzt der
perfekte Werkstoff für den Neubeginn.
Die Designer haben das Papier jetzt als Inspirationsquelle entdeckt
und basteln an Entwürfen im Paper Look. So wird das Material im
Design wirklich eingesetzt, oder hauchdünne Metalle und Kunststoffe
werden wie Papier verarbeitet: gefaltet, geknickt, ausgestanzt,
zerschnitten und wieder zusammengeklebt. Textilien- und
Porzellanoberflächen erinnern an handgeschöpftes Papier. Formen
wirken improvisiert und unfertig. Das fertige Produkt ist kaum von
seinem Papier-Modell zu unterscheiden. Konzepte, nicht perfektes
Design! |

Papier
Poesie: Für die Vase "Papyrus" von Rosenthal hat der
Designer Vittorio Passaro mit Papierstreifen experimentiert. |

Paper Finish: Bei der Lampe von Scott Rich
and Viktoria
wurde dünnes Metall gefaltet und
geknickt wie Papier. |
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Der
nächste Trendreport von politur erscheint am 10. Mai 2010.
mehr Informationen unter
www.politurimnetz.de
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über politur
Oliver Schmid hat Anfang 2000 in Berlin die
Trendagentur politur gegründet.
Seither verbindet er Kreativität mit Marketing
Know-how und hat bereits Projekte für folgende
Kunden realisiert:
ADO-International, Die Boltze-Gruppe, Deutsches
Mode-Institut, Keramag, Leipziger Messe, Messe
Frankfurt, Mitsubishi Motors, Nachtmann,
Neckermann, Pro-Art-Bilderpalette, Villeroy &
Boch, Waechtersbach und WMF. |
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