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Holger
Raithel |
Innovation
trifft Tradition
Ein klares Bekenntnis zum
Standort war die Namensgebung der Kahla/Thüringen Porzellan GmbH im Jahr 1994.
Daran wird der heutige Geschäftsführer Holger Raithel auch in Zukunft
festhalten. DIGEST hat ihn zum Thema „Made in Germany“ befragt.
DIGEST: Das Jubiläum „300 Jahre deutsches Porzellan“ ist
ein guter Anlass, über Deutschland und den Qualitätsbegriff „Made in Germany“
nachzudenken. Was verbinden Sie mit dem Produktionsstandort Deutschland?
Holger Raithel: Kahla setzt auf „Made in Germany“. Wir sind uns unserer sozialen
Verantwortung in Deutschland bewusst. „Made in Germany“ ist nicht nur ein
internationales Qualitätssiegel, wir erfüllen damit auch strenge, weltweit
gültige Umwelt- und Sicherheitsansprüche. Unser klares Bekenntnis zur Produktion
in Kahla sichert zudem 300 Arbeitsplätze in Thüringen und vermeidet überflüssige
Transportwege. Bereits heute setzen Verbraucher auf die Flexibilität und
Verlässlichkeit von „Made in Germany“-Produzenten. Mit unserer „Kahla-Nachhaltigkeitsstrategie
Pro Öko“ gehen wir einen Schritt weiter: Eine Vielzahl an erfolgreich
umgesetzten Projekten zur ökologischen Produktion spart jedes Jahr Millionen
Liter Trinkwasser und Tausende Tonnen CO2-Ausstoß.
DIGEST: Zu welchen Konzepten oder Ideen hat Sie das
Porzellanjubiläum inspiriert?
Holger Raithel: Unter dem Motto „Innovation trifft Tradition“
präsentieren wir anlässlich des Porzellanjubiläums in diesem Jahr zwei
Design-Editionen mit historischen Anklängen. Mit Blau Saks „blue touch!“ und
Five Senses „Centuries“ schlagen wir den Bogen von den Anfängen der deutschen
Porzellangeschichte zu den innovativen Formen, Dekoren und Verfahren von heute.
DIGEST: Kahla hat sich als Design-Marke etabliert. Kommt
auch das Design aus deutschen Köpfen und Händen?
Holger Raithel: Nicht nur. „Made in Germany“ trifft zwar bei einem
Großteil unserer Kollektionen auch auf das Design zu, wir arbeiten allerdings
auch mit internationalen Designern zusammen. Mit unseren beiden Designerinnen
Barbara Schmidt (Berlin) und Mirjami Rissanen (Finnland) beschäftigen wir zwei
international vielfach ausgezeichnete Trendsetterinnen. Beide haben ihre eigene
Handschrift, harmonieren aber auch wunderbar zusammen, wie es die Kollektion
Diamonds & Pearls zeigt. Bereits seit mehreren Jahren arbeiten wir auch sehr
erfolgreich mit dem Designer-Trio speziell® aus Offenbach zusammen. Sie waren
nicht nur die Ideengeber für touch!, von ihnen stammt auch das Design der Serien
Opus und Tao. Ab Mitte Juni freuen wir uns auf 12 internationale Designer aus
Deutschland, der Schweiz, den Niederlanden, Polen, Ungarn, Finnland und
Frankreich, die im Rahmen des Porzellanworkshops „Kahla Kreativ“ vier Wochen
lang unter dem Motto „Erfinden“ ihre kreativen Ideen bei uns im Werk in Kahla
umsetzen. Höhepunkt der Veranstaltung wird ein Forum am 9. Juli 2010 sein, bei
dem die Teilnehmer im Kreis hochkarätiger Experten ihre Arbeiten präsentieren.
DIGEST: Kahla/Thüringen ist ja auch ein Stück deutsche
Geschichte. Wie sehen Sie sich als heutiges Familienunternehmen der Historie des
Hauses verbunden?
Holger Raithel: Die Tradition, seit 1844 am Standort, verpflichtet. Mit
der Neugründung der Kahla/Thüringen Porzellan GmbH im Jahr 1994 musste sich mein
Vater Günther Raithel zahlreichen Herausforderungen wie veralteten
Produktionsanlagen, überalterten Sortimenten und einem nicht zukunftsfähigen
Kundenstamm stellen. Eine Marke „Kahla“ existierte nicht. Nur durch umfangreiche
Investitionen von mehr als 20 Millionen Euro in neue Technologien am Standort
Kahla, innovative Designkonzepte sowie eine kontinuierliche Markenstrategie
konnte die Marke Kahla aufgebaut werden. Inzwischen haben wir uns zu einem der
modernsten Porzellanunternehmen Europas entwickelt.