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iPad
Foto: Apple |
APPgefahren
APPetit auf ein neues Internet? Mobile
Marketing, das war bis vor Kurzem noch synonym mit SMS. Die Firma Apple hat es
geschafft, das Thema komplett zu verändern. Was wir jetzt sehen, ist bereits das
nächste Internet: sehr persönlich, zu jeder Zeit, an jedem Ort.
Muss man da mitmachen? Diese durchaus berechtigte Frage muss jedes Unternehmen
für sich beantworten. Dieser Artikel soll Ihnen einen Einstieg ermöglichen. 20
Millionen mobile Endgeräte werden alleine in diesem Jahr in Deutschland
verkauft, so der Branchenverband BITKOM. Dazu gehören elektronische Bücher (eBooks,
2 Mill.) ebenso wie kleine Notebooks mit Internetanschluß (Netbooks, 9,7 Mio.)
und jede Menge kleiner Computer-Handy‘s (Smartphones, 8,2 Mio.).
Vor allem die sinkenden Datentarife machen die Smartphones zum neuen Synonym für
das Handy. Andere Geräte sterben aus. Der Boom bei den Netbooks und die
beachtlichen Umsatzzahlen des iPads und anderer Tablet-PCs, verstärken den Trend
zum mobilen Computer.
Ab 2014, also in nur vier Jahren, wird das Wachstum einen neuen Schub bekommen.
Dann sollen mobile Breitbandnetze mit der fünffachen DSL-Geschwindigkeit in ganz
Europa verfügbar sein. In diesem Jahr werden dann 19 Milliarden mobile
Anwendungen („Apps“) installiert und der Umsatz damit bis auf fast 20 Milliarden
Euro anwachsen.
App = Einfach = Apple
Der Treibstoff für das mobile Internet sind die Apps. Noch 2008 wurden 68
Prozent des Budgets für Mobile Marketing in SMS-Werbung investiert. 2013
hingegen werden alleine 73 Prozent in die mobile Suchmaschinenwerbung fließen.
Mit dem Erfolg der Smartphones ist also klar, wohin die Reise geht. Die Menschen
wollen auch und gerade unterwegs das ganze Internet. Der Grund ist einfach: Eine
Information ist dann am wertvollsten, wenn sie zur richtigen Zeit am richtigen
Ort verfügbar ist. Das kann nur das mobile Internet.
Apps sind zumeist auf eine klare Funktion beschränkt. Das erleichtert die
Bedienung enorm. Sie sind keine undurchschaubaren Multitalente, sondern enorm
einfache Problemlöser. Apps haben zudem die äußerst angenehme Eigenschaft, viele
unnütze Informationen auszublenden. Die besten Apps können einfach
personalisiert werden oder nutzen bereits persönliche Dienste im Internet. Die
Summe aller auf dem Smart‧phone
installierten Apps lässt sich am besten als „Persönlicher Computer“ beschreiben.
Nicht nur das Internet, auch die Nutzung der Computer wird somit einfacher und
damit massentauglich. Das beste Beispiel ist wohl das iPad, das in allen
Generationen ohne große Übung benutzt werden kann.
Zahlen & Trends
Bereits 63 Prozent der Österreicher, 70 Prozent der Schweizer und 60
Prozent der Deutschen haben eine App verwendet, wenn auch nicht auf dem Handy.
Bei der mobilen Nutzung sind die Zahlen noch bescheiden: Circa 11 Prozent der
Deutschen haben schon einmal eine App auf das Handy geladen. Erwartungsgemäß
liegt in Haushalten mit einem Nettoeinkommen über 4000 Euro die Quote der
App-Nutzung deutlich höher, nämlich bei 25 Prozent. Dabei nutzen – und das ist
richtungsweisend – 21 Prozent aus dieser Gruppe ihre Apps bereits häufiger als
das Internet. Ein deutlicher Trend bei denen, die sich das heute schon leisten
können.
Die Anzahl potenzieller Endgeräte ist enorm. Der Mobile Web Device Report zählte
für den Zeitraum von Februar 2009 bis Februar 2010 zwischen 1.736 und 2.508
unterschiedliche Endgeräte. Diese werden im Wesentlichen von fünf
Betriebssystemen angetrieben. Nokias Symbian war 2009 in Deutschland mit einem
Marktanteil von 58,5 Prozent führend. Microsoft nahm mit 18,4 Prozent
Marktanteil den zweiten Platz ein, gefolgt von Apple mit 15,2 Prozent, RIM (Blackberry)
mit 6,1 Prozent und Android (Google) mit 1,4 Prozent.
Schaut man aber auf die tatsächliche Nutzung, sehen die Zahlen einfacher aus: 48
Prozent der Datenabfragen kamen vom iPhone, 17 Prozent von Android, dabei liegen
die Downloads bei Apple um den Faktor 2,6 höher. Das vereinfacht die Strategie.
Jedenfalls im Augenblick, denn weitere App-Geschäfte sind am Start oder wachsen
bereits und Android hat in den USA Apple gerade überholt.
Wer nur auf Apple setzt, kann bereits jetzt auf eine beachtliche Basis
zugreifen. Weltweit werden in diesem Jahr wohl 36 Millionen iPhones verkauft,
das entspricht einer Steigerung von 40 Prozent zu 2009. Dazu kommen ca. 4 Mio.
iPads in diesem Jahr. Allerdings ist die Konkurrenz Hunderttausende Apps groß
und 30 Prozent der Einnahmen werden als Provision an Apple fällig.
Es
wächst gemeinsam, was zusammengehört
Die Internetnutzung war bei markenaffinen Zielgruppen schon immer größer.
Menschen mit wenig Zeit, aber ausreichend Geld. Immerhin 51 Prozent davon
erfreuen sich bereits jetzt am mobilen Einkaufen.
Vor allem die sozialen Netzwerke wie Facebook & Co. gehören mobil zu den
Gewinnern. 30 Millionen Deutsche nutzen diese Dienste. Hier vereinen sich alle
Vorteile mobiler Computer: jederzeit, an jedem Ort, die richtige Information
sofort verfügbar zu haben, vor allem von Bekannten, Kollegen oder wichtigen
Meinungsführern.
Ebenfalls beliebt sind mobile Navigationsdienste, deren Nutzung in Europa im
letzten Jahr um 68 Prozent gestiegen ist. Von den insgesamt 21 Mio. Handynutzern
mit Navigation setzen den Service 27 Prozent zu Fuß oder auf dem Fahrrad ein,
35,3 Prozent in öffentlichen Verkehrsmitteln und der Rest erwartungsgemäß im
Auto. Navigation wird zu einem alltäglichen Vorgang.
Neben der Navigation (59 Prozent) interessiert sich die überwiegend männliche
Kundschaft (60 Prozent) vor allem für Nachrichten (71 Prozent) und Einkaufen (51
Prozent). In den USA liegt das größte Wachstum mit 67 Prozent übrigens derzeit
bei den über 65-jährigen.
Schöne Ausblicke
Neben den Apps gibt es aber noch Webseiten, die für mobile Geräte
optimiert sind, Widgets, die von Webseiten aus genutzt werden können und
Webtechnologien wie HTML5, welche die mobile Nutzung weiter vereinfachen. Lohnt
sich also eine App?
Einfache Antwort: Eine App lohnt sich dann, wenn eine wertvolle Datenbank
dahinter liegt. Apps sind Anwendungen, sie brauchen also sinnvolle Funktionen,
die möglichst einen wiederkehrenden, persönlichen Zusatznutzen entfalten, sonst
interessieren sich dafür nur APPsperten.
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Michael Domsalla, Jahrgang 1969,
ist Wirtschaftsberater, Experte für Kommunikation und
Inhaber der Markenmanufaktur KMTO.
Der Berliner verfügt über mehr als 13 Jahre Erfahrung in den
Bereichen PR, Online-, Klassik- und Direktmarketing in
mittelständischen Unternehmen und Konzernen.
Er arbeitete an preisgekrönten deutschen, europäischen und
internationalen Projekten mit. Er war unter anderem verantwortlich
für Studien und Einführungen von globalen Unternehmensportalen. Die
Karstadt AG und die HypoVereinsbank gehörten zu seinen Kunden.
blog.kmto.de |
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