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Michael
Domsalla
Wirtschaftsberater, Experte für Kommunikation und Inhaber der Crossmedia
Agentur KMTO. |
Michael Domsalla, Jahrgang 1969, ist
Wirtschaftsberater, Experte für Kommunikation und Inhaber der Crossmedia Agentur
KMTO. Der Berliner verfügt über mehr als 13 Jahre Erfahrung in den Bereichen
Online, PR, Klassik und Direktmarketing in mittelständischen Unternehmen und
Konzernen. Er arbeitete an preisgekrönten deutschen, europäischen und
internationalen Projekten mit. Er war unter anderem verantwortlich für Studien
und Einführungen von globalen Unternehmensportalen. Die Karstadt AG und die
HypoVereinsbank gehörten zu seinen Kunden.
Die Zahlen im E-Commerce sind seit Jahren
beeindruckend. Wachstumsraten von 20% und mehr sind keine Seltenheit. Bei den
reinen Internetversendern stieg der Umsatz von 3,3 Mrd. Euro im Jahr 2007 auf
4,5 Mrd. Euro 2008. Das sind sogar 38,6 %.
Die Masse der Umsätze machen Versender, die Katalog und Internet bündeln,
nämlich 16,6 Mrd. Euro. Wirklich interessant ist aber, daß die vielen eBay
Powerseller fast doppelt soviel Umsatz machen, wie die TV Shops, nämlich 2 Mrd.
Euro. Das größte Wachstum konnten allerdings die Online
Händler, die Ihre Heimat im stationären Handel haben, verbuchen. Sie
legten um 111% von 0,7 auf 1,4 Mrd. Euro zu. Alle Versandarten zusammen haben
ein Volumen von ca. 7 % des Einzelhandels mit viel Luft nach oben. Hier findet
sich also einer der wichtigen Gründe für den Rückgang des Einzelhandels.
Unternehmen, die früh auf E-Commerce gesetzt haben, sind entsprechend zufrieden.
Da ca. 60% der Deutschen regelmäßig online einkaufen, kommt allerdings kaum
jemand an den virtuellen Märkten vorbei.
Wer ist der größte Online Shop der Welt?
Die Antwort ist einfach: Google. Die beliebteste Tätigkeit der Kunden
ist die Information über Angebote vorab via Google. Aus diesem Grund verdient
Google Milliarden mit kontext- sensitiven Anzeigen, also Werbung, die zur Suche
des Kunden passt. Niemals ist Werbung besser geschaltet, als in dem Augenblick,
in dem der Kunde etwas sucht. Dass Google eine eigene Produktsuche betreibt, ist
bei der Menge an "normalen" Suchanfragen fast schon nebensächlich. Die Schaltung
von Google- Anzeigen wäre also ein erster wichtiger Schritt, egal ob man einen
eigenen Shop betreibt, oder die Kunden informieren möchte und z.B. auf eine
Händler-Liste aufmerksam macht. Hier sieht man den integrierten Charakter des
Internet: ob Information, Kommunikation oder Transaktion, es ist alles
gleichzeitig möglich, wenn die Prozesse entsprechend eingerichtet sind. So
vielfältig ist auch der E-Commerce.
Die wichtigsten Ziele im E-Commerce, sowohl
für Neueinsteiger, als auch zur Optimierung, sind Kundenbindung,
Kosteneinsparung und die Erschließung neuer Märkte. Die Kosteneinsparung findet
vor allem über die geringen Transaktionskosten statt. Wenn Sie Ihre Daten im
Griff haben, können diese für Online- Anwendungen wiederverwendet werden. Ein
geläufiger Fehler: "Das Internet ist was für junge Leute". Falsch. Das Internet
ist was für Kunden, die sich die technische Ausstattung leisten können und
gebildet genug sind, um mit den neuen Medien umzugehen. Wobei das
Internetgeschäft zwei Richtungen kennt: die umfassende Transparenz und die
geringeren Kosten erlauben preisaggressive Angebote. Über die beliebten
Preissuchmaschinen finden Kunden enorm schnell das günstigste Angebot. Um hier
erfolgreich zu sein, müssen die Strukturen im Unternehmen das Handeln nahezu in
Echtzeit ermöglichen.
Der zweite Bereich sind Angebote, die im Einzelhandel nicht so schnell zu finden
sind. Hierzu zählen Angebote, die selten und wertvoll, oder hochgradig
individuell sind. Wohlgemerkt sprechen wir hier von weltweiten Märkten. Dabei
sind die Skaleneffekte enorm. Ist ein Shopsystem entsprechend aufgesetzt, werden
für die einzelnen Länder nur noch Sprachdateien angelegt, um einen englischen,
russischen, italienischen Shop oder ein Angebot für spanisch-sprachige Kunden
(die größe Sprachgruppe überhaupt) umzusetzen. Damit erreichen sie potenziell
ca. 600 Millionen Kunden. Vor allem in diesem Bereich ist der sogenannte
LONGTAIL interessant, der Rattenschwanz der
menschlichen Interessen - oder eben die globalen Nischenmärkte. Als einfacher
Merksatz: ca. 80% der weltweiten Suchanfragen, betreffen 20% der Inhalte.
Bleiben also noch 80% Inhalte, die sehr speziell sind. Stellt man sich das
Internet als weltweiten Marktplatz vor, sind diese Nischenmärkte größer als die
entsprechenden Kunden in ganz Deutschland.
Ebay ist - und das gilt international nur für Deutschland - die wichtigste
Website des Landes. Die Deutschen lieben Online Shopping, aber viele deutsche
Unternehmen nicht unbedingt den E-Commerce. In den letzten Jahren sind
ungezähle Shops online gegangen, entsprechend hoch ist die Konkurrenz. Viele
juristische Regeln erschweren den Überblick und den Einstieg. Die Möglichkeiten
der Umsetzung sind vielfältig. Neben eigenen Shopsystemen, bieten sich noch
Mietshops an. Das einfachste Beispiel ist sicherlich der eBay Powershop. Auch
wenn die Umsatzzahlen in diesem Bereich zurückgehen, kann man behutsam interne
Strukturen aufbauen und Grundregeln des E-Commerce lernen. Zudem bleibt eBay die
kostengünstigste Möglichkeit, den eigenen Shop zu promoten. Ein anderes Beispiel
ist das 2007 ausgezeichnete System von Tradoria. Dieses Mietsystem hat gleich
eine ganze Reihe von Vorteilen für KMU: rechtliche Absicherung, einfache
Bedienung, einfaches Preismodell, Google-Optimierung,
Plattform. Aber Vorsicht - Sie sind nicht die Einzigen im Web und zur Promotion
reicht das schon lange nicht mehr aus. Wie bei eBay zu sehen, kann der
Plattformgedanke sehr mächtig werden. Wenn viele kleine Shops über eine Adresse
zu finden sind und eine kritische Masse an Kunden anziehen, wird die Luft für
alle anderen enger. Andererseits beobachten wir gerade eine ganz
entgegengesetzte Bewegung:
LIVESHOPPING und
SHOPPINGCLUBS. Diese ziehen mit dem Versprechen der Exklusivität und des
extrem reduzierten Angebotes hunderttausende Kunden an. Die Vorreiter schaffen
es, mit einem einzigen Produkt über 1 Mill. Euro Umsatz an einem einzigen Tag zu
generieren. Interessant für Hersteller: beide Formate sind im Prinzip nichts
anderes, als ein virtueller Fabrikverkauf. Sie haben noch Reste im Lager? Ein
guter Start für den E-Commerce. Sie haben ganz besondere Produkte? Ebenfalls
hervorragend. Man muss nur irgendwo anfangen.
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FORMEN DES
E-COMMERCE
ONLINE SHOP: Ein Anbieter stellt
verschiedene Produkte zum Verkauf bereit
MARKTPLATZ: Plattform für Käufer und
Verkäufer
AUKTIONEN: Versteigerung von Angeboten und
Aufträgen
KAPAZITÄTENBÖRSE: Angebot freier
Auslastungszeiten
BESCHAFFUNGSPORTALE: Bündelung von
speziellen Angeboten
INFORMATIONSPLATTFORMEN: Mittler, Geschäft
über herkömmliche Wege |
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