Trends der internationalen Möbelausstellung
My home is my (white) castle Bei über 1.000 Ausstellern aus 49 Ländern war die Auswahl an Ideen für die eigenen vier Wände groß. Ein Trend aus den letzten Jahren hat sich dabei als beständiger Begleiter erwiesen, der nichts an Aktualität verloren hat: DIE Farbe Weiß. Angefangen von Accessoires bis hin zu umfangreichen Wohnlandschaften, alles präsentierte sich in strahlender Helligkeit. Farbige Kontrapunkte dazu bilden in diesem Jahr vor allem Aubergine-, Pastell- und Senftöne. Dies spiegelt sich auch in der Kollektion „powder“ von brühl wider. Im so genannten Clean-Cut präsentieren sich architektonisch ausgeführte Rundsessel und Sofas von der Designerin Kati Meyer-Brühl. Die avantgardistisch anmutenden Möbel bieten aber mehr als reinen Sitzgenuss und klares Design. Ökologie und Nachhaltigkeit werden im Unternehmen groß geschrieben, so dass sich die Produkte durch beständiges und wieder verwertbares Material und umweltfreundliche Herstellung auszeichnen. Öko, aber eben nicht naturtrüb...
Im Bereich Design und Gestaltung gab es dieses Jahr viel Rundes zu entdecken. Organische Formen geben den Trend an. Das Unternehmen BRETZ zeigt dies in seiner Linie „Kautsch“, die gleich Couch, Sessel, Hocker und Tisch im runden Formenspiel bietet. Alle Sitzmöbel laden alleine durch ihren Anblick zum Wohlfühlen und Entspannen ein, denn die Rundungen versprechen ein weiches, kuscheliges Sitzerlebnis, das sie auch halten.
Bereits ein Klassiker der runden Wohnkultur ist „Pallone“, der Kult-Sessel aus dem Hause Leolux. Anlässlich des 75. Geburtstages der Firma gibt es das Modell in einer speziellen Jubiläumsausgabe. Pallone Limited bietet dabei 11 neue Varianten aus 45 Lederfarben, die speziell von der Amsterdamer Trendexpertin Christiane Müller für Leolux ausgesucht wurden. Wer eines dieser futuristischen Sitzmöbel erwerben möchte, muss sich allerdings beeilen, die Limited-Ausgaben sind nur bis zum 01. Juni 2010 lieferbar.
Ein Highlight im wahrsten Sinne des Wortes bot Wellemöbel. Mit dem Programm „Chiraz“ sind Sternstunden im Schlafzimmer kein bloßer Traum mehr. Reduziertes Design kombiniert mit Kristallen von Swarovski bietet einen Hauch von Luxus für die Nächte. Wie zufällig angeordnete, zarte CRYSTALLZED TM – Swarovski Elements bilden ein funkelndes Sternenbild auf der ansonsten puristisch gehaltenen Schrankfront der Kollektion. In einem aufwendigen Verfahren werden die speziell angefertigten Kristalle angebracht. Dafür ist ein mehrmaliges Beschichten notwendig, damit die funkelnden Elemente am Ende in die Schrankwand integriert und nicht lediglich eingelassen sind.
Mehr Informationen
www.bruehl.com
www.bretz.com
www.leolux.com www.pallonelimited.nl www.welle-moebel.de
Artikel Claudia Hecktor
Deutsche GPK-Fachhändler auf Informationstour in Stockholm Was können wir von den Kollegen in Skandinavien lernen? Dieser Frage gingen deutsche GPK-Einzelhändler in Stockholm nach – mit inspirierenden Ergebnissen. Im August und September letzten Jahres absolvierten zwei Erfa-Gruppen mit interessierten Fachhändlern ein zweitägiges Informationsprogramm durch die Branchen-Hotspots von Stockholm. Für den GPK-Bundesverband hatte der Mönchengladbacher Unternehmensberater Gerhard Schneider die Besichtigungen und Begegnungen organisiert, um den Teilnehmern gute Anregungen für eigenen Laden daheim zu vermitteln. Den Auftakt der ersten Tour bildete ein Besuch der Fachmesse Formex auf dem Stockholmer Messegelände. Unter der charmanten Führung von Event-Managerin Maria Strandberg Torén schaute sich die deutsche Delegation dort ausgiebig um – und war begeistert. Gerhard Schneider: „Besonders gefielen uns Überschaubarkeit und klares Design dieser Schau. Auch attraktive Accessoires wie Lederwaren, Schmuck, Dekoobjekte, Wellness-Artikel und Kerzen, die ja für unsere Branche immer interessanter werden, waren hier konzentriert, darunter einiges, was auf anderen Messe so nicht zu sehen ist.“ Wie zu hören war, kauften einige der Teilnehmer direkt vor Ort ein und wollen demnächst noch einmal zur Formex fahren. Beim Rundgang durch Stockholms GPK- und Geschenkartikel-Szene ließen sich die Erfa-Gruppen von der konsequent modernen, minimalistischen Art beeindrucken, in der hier skandinavisches Design präsentiert wird. Was auffiel: In Stockholm gibt es kaum noch selbständige Fachgeschäfte. Aus einigen regionalen Fachhändlern sind wirtschaftliche Größen geworden, die inzwischen erfolgreiche Filialkonzepte aufgebaut haben. Der Handel in dieser Stadt mit rund 795.000 Einwohnern profitiert von einer vergleichsweise hohen Pro-Kopf-Nachfrage und einem hohen Kaufkraftindex. Dementsprechend konnten die deutschen Händler mit ein wenig Neid feststellen, dass die besuchten Fachgeschäfte zum Teil proppevoll waren und kräftig eingekauft wurde. Der Stil der meisten dieser Läden, so Gerhard Schneider, faszinierte die deutschen Besucher durch seine Schlichtheit: „Auch wenn manches fast primitiv wirkt und an Lagerräume erinnert, ist der Gesamteindruck sehr ansprechend; die Waren werden fantastisch in Szene gesetzt.“ So präsentiert der schwedische Filialist Cervera, mit 75 Geschäften einer der größten Einzelhandelsanbieter in Schweden, Gläser vor einer großen Schieferwand, wodurch das Material besonders gut zur Geltung kommt. Hier wie in vielen anderen Läden sind die Artikel konsequent nach Farben durchsortiert. Das geht bei Bruka Design, einen Store mit anspruchsvollen Wohnaccessoires, so weit, dass im ganzen Laden nur vier Farben zu sehen sind. Und bei „Granit“, einem Filialisten mit 16 Geschäften in Schweden und Norwegen, finden sich im durchgestylten Ambiente nur die Farben Weiß, Grau und Granit. „Granit“ ist spezialisiert auf alles, was mit Bevorratung, Ablage etc. zu tun hat – ein großes Thema in Schweden, das sicher auch bei uns Zukunft hat. Ähnlich auf Ordnungssysteme ausgerichtet ist das „Lagerhaus“ in Stockholm, wo es aber auch Heimtex, Geschenk- und Haushaltsartikel gibt. Weitere Stationen waren der berühmte Flagship-Store von „Design House Stockholm“ mit seinem ausschließlich schwedischen Design – eine Filiale hat jetzt auch in Frankfurt eröffnet -, der Laden von „Design Torget“ mit witzigem und praktischen Design aus Skandinavien, Iittala, der Zusammenschluss diverser finnischer Marken, mit einem Ladenlokal in radikalem Lagerraum-Ambiente, das Franchiseunternehmen „Village“ mit attraktivem Home-Interior-Sortiment sowie „Clas Ohlson“, ein großer innerstädtischer Fachmarkt rund um Haus, Heim und Garten. Hier greift das Konzept themenbezogener Kojen, die dem Kunden die Orientierung erleichtern. Als sehenswert stuften die Teilnehmer auch den Flagship-Store von „Marimekko“ und den schicken Laden „Cordon Bleu“ ein. Gut gefiel ihnen auch das Einrichtungshaus „R.o.o.m“, das mitsamt Restaurant, Kochschule und mehreren Shop-in-Shops in einer Fabrikhalle außerhalb von Stockholm untergebracht ist. Trendy und erfolgreich ist auch der familiengeführte Laden „Stockhome“, der mit seinem großflächigen Konzept für designorientierte Haushalt-, Freizeit und Geschenkartikel unter einer Straßentrasse Stockholms angesiedelt ist. Ein Besuch im Second-Hand-Shop „Grandpa“, eingerichtet mit altem Hotelempfang und Hotelbar und in Reiseführern erwähnt, durfte natürlich auch nicht fehlen, ebenso wenig eine Visite im Flagship-Store von „Orrefors Kosta Boda“, wo es wunderschönes Glas made in Sweden, edel präsentiert, zu bewundern gab. Insgesamt besuchten die Gruppen 21 Unternehmen und führten Gespräche mit den schwedischen Betreibern, so zum Beispiel mit Isaac Pineus von Stockhome, der ihnen mit großem Engagement gute Tipps gab, oder mit Jörgen Erikson vom Nobelkaufhaus „NK“. Der brachte sein Erfolgskonzept auf den Punkt: „Keine Sonderangebote, klare Preisvorstellungen und vor allem: eine perfekte Präsentation!“ Wie das geht und wie man mit guten Ideen, Crossover-Angeboten und klarer Strukturierung in modern-coolem Ambiente erfolgreich verkaufen kann, davon erhielten die deutschen Erfa-Gruppen auf dieser Nordlandreise einen guten Eindruck. Gerhard Schneider plant weitere Aktionen dieser Art. Angelika Campbell
Einrichtungshaus „R.o.o.m“ mit großer GPK-Abteilung.
Beim Filialisten „Granit“ gibt es Ordnungssysteme.
Versicherungen für Kühe, Mut zur Hässlichkeit und Weltraumreisen vom Discounter - die Schlüsseltrends des neues Jahrzehnts? Kreativer Kapitalismus: Der Kunde steht im Mittelpunkt Der Trend-Report 2010 des Zukunftsinstituts ist erschienen und bietet wieder spannenden Lesestoff für alle, die wissen wollen, wie es weiter geht mit unserem Dasein in der Postmoderne und nach der Krise. Wer den Trend-Report in den letzten Jahren gekauft hat, weiß, dass es sich hier nicht um ein systematisch-wissenschaftliches Werk handelt. Die Autoren erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Abbildung aller Trend-Entwicklungen in allen Branchen, Sektoren und Bereichen. Im Zentrum stehen soziokulturelle Trends, die im Spannungsfeld zwischen Technologien, Sozialstrukturen und Wertewandel-Prozessen die Gesellschaft verändern. „Bei der Auswahl spielen spontane Einschätzungen und das Bauchgefühl ebenfalls eine Rolle“, sagt Herausgeber Matthias Horx, Inhaber der Zukunftsinstitut GmbH. Matthias Horx und seine Autoren prognostizieren in ihrem Werk unter anderem den ‚Kreativen Kapitalismus’. Darunter verstehen sie, dass Produkte, Stückzahlen und Output nicht mehr die Bedeutung haben wie zuvor. Stattdessen stehen die Steigerung des gesellschaftlichen Wohlstands und die Selbstverwirklichung jedes Einzelnen im Vordergrund. „Die meisten Branchen haben seit den 1990-er Jahren Innovationen lediglich im Sinn des Firmennutzens betrieben“, so Horx. Die kreative Marktwirtschaft stelle dagegen den Kunden in den Mittelpunkt. „Im Kreativen Kapitalismus rücken das Individuum und seine Talente ins Zentrum der Produktivität“, sagt der Zukunftsforscher. Nicht zuletzt die Krise des letzten Jahres habe zu einer Erosion der alten Wachstumsparadigmen und der Suche nach neuen Orientierungen geführt. Die im Trend-Report 2010 zu lesende Konsequenz: „Während die Nachwehen der Krise in vielen Branchen vorübergehend eine Kapital- und Firmenkonzentration bewirken, zeichnen sich dahinter die Konturen einer neuen Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung ab, die sich im kommenden Jahrzehnt realisieren wird: die kreative Ökonomie.“ Derzeit, so die Autoren, zerbrechen die alten Wertschöpfungsketten durch neue mediale Vermittlungen. In der klassischen Industrie-Ökonomie war der Wertschöpfungsprozess linear: Marktforschung, Entwurf, Design, Produktion, Lagerung, Marketing, Handel. Am Ende nahm „der Verbraucher“ die Produkte dankbar an, Heute ist aus dem Verbraucher, dem braven „Consumer“, ein störrischer „Prosumer“ geworden. Er tauscht sich in Internet-Foren über Produkte aus, überspringt durch das Internet den Handel oder greift sogar in die Produktion ein („on demand“). Angesichts dieser Entwicklung monieren die Autoren des Trend-Report 2010: „Viele Handelssektoren haben den Wandel der Einkaufsgewohnheiten, der mit dem Internet entstand, nicht in neuen Konzepte umgesetzt. Erlebnis- und Qualitätseinkauf wurden in Nischen abgedrängt, spannende neue Produkte selten ernsthaft ausprobiert.“ Auch die meisten Veränderungen in der Computer- und Kommunikationsindustrie seien nach Meinung der Autoren nicht am Kundennutzen ausgerichtet, technische Geräte würden als unnütz und überkompliziert wahrgenommen. Konsequenz: „Die neue multipolare Welt erzeugt einen Evolutionsdruck auf unsere Ökonomie. Sie muss dynamisch-innovativer werden und sich von den alten Produktionslogiken verabschieden.“ Weitere aktuelle Themen, die der Trend-Report 2010 mit teilweise überraschenden und provokativen Thesen in den Fokus stellt, sind Apps fürs Handy, die es bereits in 80.000 Varianten gibt - lustige, verrückte, nützliche und nutzlose Computerprogramme - , der Mega-Trend China, die Renaissance der Kartographie, Alternativenergien, die „Fear Economy“ mit ihrer Angst vor Katastrophen und dem Bedürfnis nach Sicherheit: In Indien werden sogar Kuhversicherungen angeboten. Weitere Themen: 3-D-Technologien, private Weltraumflüge, der Trend zum schlechten Geschmack und „urbaner Eskapismus“: Outdoor-Aktivitäten halten Einzug in die Stadt.
Angelika Campbell
www.zukunftsinstitut.de
Neu erschienen: BBE-Branchenreport - Wie man multioptionale Kunden gewinnt Ob, was, wann und wo Kunden kaufen, für viele gleichen die Antworten darauf einem Rätselraten. Mit seinem Kaufverhalten im Weihnachtsgeschäft des Krisenjahres 2009 bestätigt „der“ Konsument zudem sein geheimnisvolles bis zwiespältiges Wesen. Dennoch gelingt Experten ein Blick in die Zukunft. Dr. Susanne Eichholz-Klein und Dr. Jutta Peters, Autorinnen des Ende 2009 erschienenen neuen Branchenreports „Quo vadis, Deutscher Handel?“ der BBE Retail Experts, Köln, geben Auskunft. Sie legen dar, was Handel und Konsumgüterindustrie tun müssen, um den multioptionalen Kunden für sich zu gewinnen. Der deutsche Handel ist in den letzten Jahren nur verhalten gewachsen. Die Wachstumsraten beziffert der BBE Branchereport mit jährlich +0,5% im Zeitraum von 1995 bis 2008. Parallel wuchsen die Ausgaben der Verbraucher um 2,4%. Bedeutet, der Handel partizipiert immer weniger von den Konsumausgaben. Eine Tendenz, die laut BBE-Studie anhalten wird, während sich parallel die Handelsstrukturen weiter verschieben. Dabei sind die Gewinner bekannt: preisaggressive Fachmärkte, häufig vertikal organisierte Filialisten, Hard Discounter des Lebensmittelmarktes, Factory Outlet Center und Convenience-Verkaufsformen. Trotzdem verhält sich der deutsche Kunde nicht ausschließlich preisorientiert. Analysen zeigen, dass sich eine zunehmende Qualitätsorientierung durchsetzt. 46% der Verbraucher achten auf die Qualität, und die Kaufentscheidung ist gemeinhin die Frage des subjektiv richtigen Preis-Leistungsverhältnisses. Laut Verbraucherbefragungen schauen also zwar immer noch mehr Verbraucher auf den Preis als auf die Qualität. Aber die Preisorientierung hat in den letzten Jahren leicht abgenommen, während die Qualitätsorientierung zunimmt. Dass heißt nicht notwendigerweise, dass die Verbraucher der Meinung sind, sich mehr leisten zu können. Der Wandel ist vielmehr auch Ausdruck einer längerfristigeren Änderung in der Denkweise. Durch Kauf von Qualitätsware versuchen Konsumenten künftig weniger kaufen zu müssen. Analog dazu ändern sich die Einstellung zur Marke und das Markenbild der deutschen Verbraucher. Wieder mehr Konsumenten suchen in der Marke „Sicherheit durch Zuverlässigkeit“, „Vertrauen und Qualität“. Zwar bevorzugen auch im Jahr 2009 noch 35 Millionen Personen günstige NoName-Artikel, aber deren Zahl sinkt – und das trotz Finanzkrise. Außerdem wird der Online-Vertrieb über alle Verkaufsformen zulegen. Er hat sich im Rahmen des Multi-Channelling bereits als wichtiger Verkaufsweg etabliert. Übrigens sind Online-Vertriebsformen in Konsumenten-Augen wesentlich mehr als virtuelle Kataloge. Für sie ist Internet lebendig. Es gibt Antworten auf Fragen, beteiligt sich an Problemlösungen, informiert, unterhält, berät und findet das richtige Produkt. Im Ergebnis durchdringt das Internet die Gesellschaft also auch in der Konsumanbahnung. Für den Handel wird dieser Vertriebsweg damit zur (notwendigen) Ergänzung, so die Autorinnen. Die aktuelle Konjunktur beeinflusst ohne Zweifel die Konsumentscheidung. Bis Dezember 2009 schien die Finanz- und Konjunkturkrise allerdings weniger Auswirkungen zu zeigen, als vergleichbare Situationen der Jahre 2002 und 2003. Das ändert sich Ende 2009, und alle Experten erwarten wie auch die BBE Retail Experts nach einer Delle in 2010 und 2011 erst ab 2012 wieder Wachstum. Nicht alle Handelsformate sind gleichermaßen von der Krise getroffen. Nach teilweise dramatischen Einbrüchen müssen sich allerdings Kauf- und Warenhäusern, aber auch der traditionellen Fachhandel die Frage nach ihrer Daseinsberechtigung gefallen lassen. Die Wünsche der Kunden weisen den Weg, sind allerdings nicht leicht zu erfüllen. Preise sind wichtig – aber Preise sind nicht alles. Konsumenten wollen als Individuen anerkannt werden und verlangen, dass sich Unternehmen ihren Bedürfnissen anpassen. Dafür muss der Handel seine Kunden in ihrem Kaufverhalten und ihren Bedürfnissen kennen. Diese Kunden sind verwöhnt von Inszenierungen in den Premiumkaufhäusern und Monolabel-Stores laut BBE-Studie. Gerade für den Fachhandel gilt es darum eine Warenpräsentation mit inszenierten Highlights und einem hochwertigen Ladenbau zu zeigen. Vor allem müsse der Fachhandel seine Einzigartigkeit kommunizieren. Lifestyle, Convenience, Mass Customization, der Trend zur Individualisierung der Produkte und die künstliche Verknappung sind weitere Schlagworte im Branchenreport. „Aber bedarfsorientiert muss die Ausrichtung der Zielgruppe sein. So kann um die Gunst des Kunden gerungen werden“. Vergleicht man Gewinner- und Verliererkonzepte zeigt sich, dass vertriebsorientierte Formate vor den warenorientierten das Rennen machen. Das Konzept entscheidet also über die Zukunft von den Geschäftstypen, die im Preiskampf nicht bestehen können. Betroffen sind insbesondere traditionelle Formate, die andere Differenzierungsmerkmale finden und sich damit im Bewusstsein der Kunden positionieren können. An erster Stelle der im BBE Branchenreport betrachteten „strategischen Implikationen für Handel und Konsumgüterindustrie“ wird das „Buhlen um den Kunden“ aufgeführt. Doch gerade dem mittelständischen Handel ist flächendeckende Werbung nicht möglich: Ihm werden Zielgruppenkenntnis und –nähe sowie ein klar kommuniziertes Unternehmensprofil empfohlen, das über Sortiment und Präsentation erfahrbar wird. Darüber hinaus könne der Fachhandel mit zielgruppengerechtem Direktmarketing Begehrlichkeit erzeugen, was die Autorinnen anhand einiger Praxisbeispiele darlegen. Dass und in welcher Form der Fachhandel eine Zukunft hat, das macht der Blick auf die Stärken-Schwächen-Auflistung dieses Handelsformates deutlich. Zwar scheinen dabei momentan die Schwächen zu überwiegen, aber die Stärken könnten umso kraftvoller wirken. Führen diese doch zu einem einzigartigen Unternehmensprofil, das Kompetenz ausstrahlt. „Dafür muss sich die überwiegende Mehrzahl der Fachhändler jedoch bewegen und die Denkweise hinsichtlich verschiedener Kriterien teils grundlegend verändern“, schließt der Abschnitt „Traditioneller Fachhandel auf Profilsuche“. Eva Barth-Gillhaus
Grafik: Der deutsche Einzelhandel weist auch ohne Konjunkturkrise seit Jahren kein nennenswertes Wachstum auf. Nun rückt der demographische Wandel näher. Er birgt Chancen für neue Zielgruppen, die an Macht und Nachfrage gewinnen.
www.bbe-retail-experts.de
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Charles Schumann in seiner Münchener Bar
Gipfeltreffen in der Glashütte: Auf der Ambiente 2010 präsentieren Schott Zwiesel und Charles Schumann ihre erste gemeinsame Glaskollektion „Basic Bar Selection“. Treffen sich zwei in einer Bar: Einer ist Deutschlands bekanntester Bartender, der andere Weltmarktführer für Kristallglas in der Spitzengastronomie...“ - so könnte die spannende Geschichte eines Bestsellers beginnen. Ob die Story als Roman erfolgreich wäre, ist schwer zu beurteilen. Als Kooperation zwischen Charles Schumann und Schott Zwiesel kann die Glaskollektion „Basic Bar Selection“ nur ein Verkaufsschlager werden. Charles Schumann, der als Autor brillanter Barbücher seit Jahrzehnten Maßstäbe setzt, begründet seine Motivation: „Ich wollte etwas Neues machen: Barkultur ist heute vielschichtiger, viel stärker international geprägt. Daher ist es wichtig, neben bewährten Klassikern auch neue Interpretationen zu bringen.“ Seine langjährige Erfahrung und der Mut sich konsequent selbst treu zu bleiben, jedoch Bewährtes immer wieder auch in Frage zu stellen und permanent zu optimieren, zeichnen Charles Schumann aus – Werte, für die auch die Marke Schott Zwiesel steht. Die Linie „Basic Bar Selection“ besteht aus den gelernten Klassikern für die Bar und präsentiert darüber hinaus in Bezug auf das Zusammenspiel von Funktion und Design neuartige Größen und Accessories. Das Design der 17-teiligen Serie „Basic Bar Selection“ folgt dem Anspruch, mit jedem Glas den spezifischen Charakter des jeweiligen Drinks zu unterstreichen. Mit zwei Bechergläsern in sechs Größen, einem Martiniglas und fünf Kelchgläsern ist die gesamte Bar-Range gut abgedeckt. Drei Wasserflaschen in verschiedenen Größen eignen sich perfekt für das Servieren von offenen Weinen oder Mineralwasser. Zwei Shaker, eine Version in Edelstahl sowie eine Glas-/Edelstahlkollektion runden die Kollektion formschön und funktional ab. Die Serie aus Tritan-Kristallglas ist in hohem Maße brillant sowie bruch- und spülmaschinenfest.
www.zwiesel-kristallglas.com
Maskuline Kantigkeit ist das charakteristische Design-Element